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Hausbank und Mittelstand - Ein Zukunftsmodell?
Auszug aus einem Vortrag von Herrn Dipl.-Kfm. Hans-Dieter Alt WP, StB im Rahmen der Unternehmergespräche der VR-Genossenschaftsbank Fulda



1. Problemstellung

Unternehmen aus dem Mittelstand empfinden als eine Folge der Finanzkrise, dass sie weniger bzw. schwieriger Kredite erhalten, wie in Zeiten von Boom-Phasen. So glauben 43 Prozent der Unternehmen aus der Gesamtwirtschaft, dass der Zugang zu Krediten schwerer geworden ist, besonders der kleine Mittelstand empfindet dies so mit 45 Prozent


Dieser Beitrag behandelt die Frage, ob es tatsächlich Veränderungen in der Kreditvergabe an mittelständische Unternehmen gegeben hat und ob, das sogenannte Hausbankmodell zukunftsfähig
ist.



Quelle: Commerzbank-Umfrage 10/2010


2. Analyse der Ist-Situation

Die Statistik der Deutschen Bundesbank über das Kreditvolumen für Buchkredite zeigt im Zeitablauf keine signifikante Verknappung auf. Das Kreditvolumen für kurzfristige Kredite verringerte sich im Zeitablauf, jedoch erfolgte ein Anstieg bei den langfristigen Krediten um 3 Prozent (siehe Graphik).


Eine weitere bedeutende Aussage lässt sich aus den offiziellen Daten der obersten Währungshüter ableiten. Für mittelständische Unternehmen ist die Kreditgewährung von übergeordneter Bedeutung. So ist die Finanzierung aus Bankkrediten bei kleinen Unternehmen (0 - 10,0 Mio € Umsatz) vier Mal so hoch als bei großen Unternehmen. Kleinen und mittleren Unternehmen ist nach wie vor der Zugang zum geregelten Kapitalmarkt eher verschlossen und somit kommen die Alternativen zur Kreditfinanzierung wie z.B. Anleihen, Genussrechte, Nachrangdarlehen, stille Beteiligungen usw. weit weniger in Betracht als bei Großunternehmen.
Fazit. Der Hausbankkredit ist noch immer die wichtigste Fremdfinanzierungsquelle des Mittelstandes.



Quelle: Deutsche Bundesbank, Statistik über
Kredite der Banken in Deutschland an inländische
Nichtbanken, Stand: 15.11.2010


3. Problemfelder des Kreditgeschäfts

In der für den Mittelstand noch immer bedeutendsten Finanzierungsart sind die Rahmenbedingungen für alle Beteiligten schwieriger geworden. Die Kreditgenehmigung und -gewährung setzt umfangreiche, kosten- und zeitintensive Antrags- und Genehmigungsverfahren voraus. Das Sicherheitsbedürfnis der Kreditgeber ist größer geworden. Als belastend empfinden die Unternehmen auch die verlangten ausführlichen Dokumentationen der wirtschaftlichen Verhältnisse.




Durch die Ablösung von Basel II durch Basel III werden die Auflagen an kreditvergebende Banken drastisch verschärft und dadurch die Rahmenbedingungen der Kreditvergabe noch schwieriger werden.

4. Lösungsmöglichkeiten

Vier Punkte sind von Bedeutung:
• Vertrauen
• Verstehen
• Transparenz
• Planung

Neben dem Aufbau von Vertrauen zwischen Bank und Unternehmen ist es auch wichtig, dass die Banken die Unternehmen mit ihren Zielen, Strategien und Produkten kennen sowie seitens der Unternehmen die gesetzlichen und satzungsmäßigen Bedingungen des Kreditgeschäftes. Kreditvergabe zur Folge haben kann. Dokumentationen schaffen Transparenz. Nicht nur der Jahresabschluss sollte den Banken zur Verfügung gestellt werden sondern auch die Planung der nächsten Jahre.




Quelle: Auszug aus einem Vortrag von Herrn Dipl.-Kfm. Hans-Dieter Alt WP, StB im Rahmen
der Unternehmergespräche der VR-Genossenschaftsbank Fulda.


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